Gülsha, Moderatorin beim Schweizer TV-Sender Joiz, und die Fashion-Bloggerin Mirjam Herms landen auf dem Strassenstrich. Mit einer Online-Guerilla-Aktion sensibilisierten die webguerillas für das Thema Menschendhandel und machten auf den Zürcher Stilettolauf von vergangenem Samstag aufmerksam. Zusätzlich erfand die Agentur für Alternative Werbung den fiktiven Künstler SZUK, welcher mit seiner provokativen Kunst für Aufsehen sorgte.
Tausenden Frauen wird täglich ein Traumjob versprochen – und sie landen in der Hölle. Menschenhandel ist traurige Realität, auch in der Schweiz. Mit überraschenden viralen Videos machten die webguerillas Zürich im Auftrag der gemeinnützigen Organisation glowbalAct auf die Missstände aufmerksam und riefen zur Teilnahme am ersten Zürcher Stilettolauf auf. Die Teilnehmerinnen solidarisierten sich mit dem Tragen von High Heels mit den Frauen, die ihren Körper für Sex verkaufen müssen.
Botschaft erreicht zehntausende Menschen
Für die Aktion konnten die TV-Moderatorin Gülsha (Joiz) und die Fashion-Bloggerin Mirjam Herms (chic & schlau) gewonnen werden. Die zwei jungen Frauen berichten aufgeregt – Gühlsa in der Newssendung von Joiz und Mirjam per Videoblog – von einem Traumjob, der ihnen angeboten wurde. Mit der Kamera in der Hand sind die Frauen auf dem Weg zum Casting. Doch statt dem vermeintlichen neuen Arbeitgeber öffnet ein Unbekannter die Tür. Der Mann zerrt Gülsha und Mirjam ins Haus und schlägt sie nieder. Statt im Rampenlicht landen die beiden Frauen auf dem Strassenstrich. Es folgt der Aufruf, ein Zeichen gegen Menschenhandel zu setzen und am Stilettolauf mitzumachen.
Dank der überraschenden Wendung machen die Videos die Zielgruppe auf wirksame Weise auf die Thematik aufmerksam. Um einen grösstmöglichen Überraschungseffekt zu erzielen, wurde die Botschaft live in einer News-Sendung und in einem auf den ersten Blick normal wirkenden Blogbeitrag platziert. Via TV und Social Media erreichten die Virals ohne Media-Ausgaben mehrere zehntausend Schweizerinnen und Schweizer.
Bereits im Vorfeld der Ausstrahlung wurde auf den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter Spannung aufgebaut. So kündigte Mirjam Herms auf Twitter und Facebook etwa an, dass sie einen Modeljob ergattert habe und auf ihrem Blog bald darüber berichten werde.
Fiktiver Künstler SZUK lädt zu Vernissage
Um die Aufmerksamkeit für den Stiletto-Lauf nochmals zu erhöhen, erfanden die webguerillas den osteuropäischen Künstler SZUK. Mit verschiedenen Guerilla-Aktionen hatte der fiktive Künstler auf seine Vernissage in Zürich aufmerksam gemacht. Panini-Bildchen mit Prostituierten drauf, angekettete High-Heels an der Zürcher Bahnhofstrasse oder überdimensionierte Zweifränkler mit dem Konterfei einer langbeinigen Frau im Minirock. In Zürich rätselte man über die Guerilla-Aktionen. Sämtliche Spuren führten zum ungarischen Künstler SZUK, der auf seiner Website zu einer Vernissage in Zürich einlädt.
Der geheimnisvolle Ungare hatte die Werbetrommel nicht vergebens gerührt. Rund 200 Besucherinnen und Besucher wollten am vergangenen Dienstagabend wissen, wer SZUK wirklich ist und was er der Öffentlichkeit zeigen will. Und seit der Vernissage in der Galerie an der Müllerstrasse 64 muss man lebendige Kunst wohl anders definieren. Auf Podesten, in schummrigem Licht inszenierte SZUK seine Kunstobjekte: angekettete Frauen, überschminkt und mit Nummern wie Gefangene.
Hier geht’s zum Film über die SZUK-Aktion.
Über 250 Teilnehmerinnen am Stiletto-Lauf
Damit die Erlöse des Anlasses sowie die Spendengelder vollumfänglich den Opfern von Menschenhandel zugute kommen, erfolgte die Arbeit von allen Beteiligten ehrenamtlich. Angefeuert von zahlreichen Zuschauern rannten am Stilettolauf am vergangen Samstag auf der Zürcher Bäckeranlage rund 250 Frauen auf hohen Absätzen um die Wette.
Weiterführende Informationen:
Beitrag auf Joiz TV
Beitrag auf chic & schlau
Die Agentur webguerillas ist der führende Full-Service-Dienstleister für Alternative Werbung. Zum Portfolio gehören alle Werbeformen im On- und Offline-Bereich, die das Zielpublikum mit unkonventionellen Ideen überraschen und unterhalten. Die webguerillas wurden vielfach ausgezeichnet und gehören zu den führenden Agenturen für Virale Kampagnen, Social-Media-Aktivitäten, Guerilla-, Word-of-Mouth-, Ambient- und Mobile Marketing, sowie für Blog- und Website-Konzepte. Mit der Beteiligung an der Agentur AppAdvisors stärken die webguerillas ihre Expertise im Bereich App-Entwicklung, App-Marketing und Crowdsourcing.
Die Agentur wurde im Jahr 2000 in München gegründet. Seit Oktober 2011 bieten die webguerillas das komplette Spektrum Alternativer Werbeformen auch an ihrem zweiten Standort in Zürich an. Derzeit beschäftigen die webguerillas über 90 Experten, davon sind 23 in der Schweizer Dependance tätig. Zu den Kunden der webguerillas gehören unter anderem Orange, Migros, Mammut, Ricola, Cardinal, Ovomaltine, die Deutsche Telekom, Mini, Kraft Foods und Siemens Hausgeräte. Die Full-Service-Agentur gewann bis heute zahlreiche Preise: 2011 erhielt die Mammut-Kampagne „150years of Mammut“ den „Best Fans of Brands“-Award und den Annual Multimedia in Silber, sowie gemeinsam mit der Kampagne für Zott Monte Gold und Silber bei den W³ Awards und den internationalen Davey Award. Die stern.de-Kampagne wurde 2010 mit dem LeadAward in der Kategorie „Anzeigenkampagne“ ausgezeichnet. Der MINImalism-Spot der webguerillas gewann den Clio Award 2010 in Bronze sowie den silbernen International Advertising Award 2010 beim New York Festival.
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